Warum nur immer dieser Stress?

Wir hetzen und hetzen den ganzen Tag – doch wofür?

Zu viel StressMorgens schnell einen Kaffee, dann nichts wie los zum Job. Die Straßenbahn hat Verspätung? Shit! Der Vordermann auf der Autobahn fährt exakt das Geschwindigkeitslimit? Menno – der könnte auch 10 km/h schneller fahren oder endlich mal rechts rüber fahren.

Im Büro Stress, Stress auf dem Nachhause-Weg. Zuhause warten die Kids oder unerledigter Papierkram. Bis man dann seinen Hintern endlich auf dem Sofa parken kann, ist kurz vor 22 Uhr…

Doch nun stelle ich ganz ernsthaft die Frage: Weshalb? Warum hetzen wir den ganzen Tag, haben Schweißränder unter den Armen, den Blutdruck ständig auf über 140 und sind gereizt, so dass der kleinste Anlass reicht, uns explodieren zu lassen?

Willst du meine ehrliche Meinung hören? Wir beeilen uns, weil wir einfach das Gefühl haben, uns beeilen zu müssen. Das ist der Grund! Vielleicht verpassen wir irgendwo etwas. Oder es ist einfach typisch Deutsch… 😉

Klar, es gibt tatsächlich Gründe, sich zu beeilen. Zu spät unterwegs zum Meeting, oder der Arzttermin um 9.30 Uhr (natürlich nur, um dann bis 10.15 Uhr im Wartezimmer zu sitzen (Privatpatienten müssen sich jetzt nicht angesprochen fühlen B-)). Aber ernsthaft – wo ist der Unterschied, ob ich um 8.00 Uhr oder um 8.05 Uhr im Büro bin? Ich selbst habe einen Anfahrtsweg von 73 KM zu meiner Arbeitsstelle. Ich bin die Strecke schon mit 180 und viel Stress gefahren (denn es gibt immer jede Menge Nasen, die entweder mit 107,3 km/h auf der linken Spur unterwegs sind, oder welche, die meinen, sie müssten sich unbedingt noch schnell mit 90 km/h vor meine Motorhaube werfen, wenn ich von hinten angebrettert komme. DAS sind Adrenalinschübe, da ist man ganz schnell ganz wach! Spaßeshalber bin ich die Strecke ein paar Tage später mit gemütlichen 120 km/h gefahren. Sehr viel stressfreier, und was mich am meisten gewundert hat – ich war gerade mal ein paar Minuten langsamer, als wenn ich mit Bleifuß fahre.

Das ist ein schönes Beispiel für unnötigen Stress.  Wir machen uns den meisten Stress selbst. Wir beeilen uns, weil wir uns selbst dann „busy“ vorkommen. Überall schnell hin, aber auch schnell wieder weg. Mit Bekannten ein Käffchen trinken? Gerne – aber nur kurz, weil dann muss ich wieder weg. Mann, bin ich wichtig…

Ja, unsere Gesellschaft unterstützt Stress, Eile und Hektik. Aber sei so gut, setze dich entspannt (nein, nicht auf die Uhr schauen!) auf die Couch. Lehne dich zurück, schließe die Augen und denke einen Augenblick darüber nach. Welche Termine hast du morgen? Wann musst du wo sein? Was muss morgen alles erledigt werden? MUSS das wirklich alles erledigt werden? Versuche einfach, etwas zu entschleunigen.

Ein paar Tipps, wenn du bemerkst, dass du gerade wieder im Stress bist: 

  • Setze oder stelle dich ruhig hin, schließe deine Augen und atme 3 x tief ein und aus
  • Überlege, ob du wirklich Stress hast, oder ob du nur Stress hast weil du meinst, dich beeilen zu müssen
  • Konzentriere dich auf EINE Aufgabe. Versuche, nicht alles gleichzeitig zu machen
  • Mache bewusst ein wenig langsamer. Das ist am Anfang schwer, aber versuche es – auch wenn es nur ein kleines bisschen ist 😉
  • Konzentriere dich auf dich selbst und versuche wahrzunehmen, wie es dir geht, wenn du etwas langsamer machst

Wenn du das über einen gewissen Zeitraum schaffst wirst du feststellen, dass du

  • tatsächlich gar nicht so viel Stress hast, wie ursprünglich vermutet
  • ruhiger wirst
  • effektiver arbeiten kannst
  • du dich wohler fühlst

Das ist wichtig. Für deine Gesundheit. Für dich selbst, und auch für deine Familie. 

Viel Erfolg!

 

2017-11-19T13:41:43+00:00 Körper & Seele|0 Kommentare

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